Liebe Unterstützer*innen,
Eine Projektregion von Wi.e.dersprechen lebt nun seit bald drei Jahren im Kriegszustand. Der Krieg gegen Iran bedeutet auch für Menschen in Israel und Palästina weiteres Leid, Gewalt und Angst.
„Ich habe Null Vertrauen in diese Ankündigungen“, kommentiert Salma F*., palästinensische Koordinatorin, die aktuelle Ausrufung eines zweiwöchigen Waffenstillstands. Mitten im Krieg beschloss die Knesset Ende März die Todesstrafe durch Erhängen für Terroristinnen, die de facto nur gegen Palästinenser*innen, insbesondere im Westjordanland, verhängt wird. Israelische Menschenrechtsorganisationen klagen vor dem Obersten Gerichtshof, in der Hoffnung, dass dieser das rassistische Gesetz kippt.
Mitarbeitende und Teilnehmerinnen sind persönlich stark gefährdet und halten an der Dialogarbeit fest, die ihnen Hoffnung auf eine andere Zukunft gibt. Für 2026 planen die einen wichtige Grundlagenarbeit vor Ort, die anderen ein Teamtraining im Ausland. In der zweiten Projektregion bleibt die politische Lage angespannt. In Sarajevo löste ein tödlicher Straßenbahnunfall in der zweiten Februarhälfte tägliche Demonstrationen aus. Tausende richteten sich gegen Korruption, forderten Aufklärung und bessere Sicherheitsstandards. Nach kurzer Zeit der Hoffnung auf eine breite Protestbewegung analog zu Serbien, flauten die Aktionen wieder ab. Dennoch wurde klar: auch in Bosnien und Herzegowina (BiH) sind Misstrauen in staatliche Institutionen und Wut auf die allgegenwärtige Korruption groß. In Serbien hat der Protest die Straßen nahezu verlassen, die Bewegung bereitet sich auf mögliche vorgezogene Parlamentswahlen vor. Präsident Vučić hatte mit ihrer Ankündigung einer Forderung der Protestierenden nachgegeben. Diese stellen nun eigene Kandidatinnen auf und schulen Wahlbeobachterinnen. Ob die Wahlen tatsächlich 2026 stattfinden, ist ungewiss. Sicher scheint, dass sie erneut weder unabhängig noch frei sein werden. In Kroatien ist die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Kraft getreten. Schrittweise müssen nun jährlich ca. 18.000 junge Männer zum Militärdienst. Auch Vučić hat die Wiedereinführung für Serbien neuerlich angekündigt. In allen drei Ländern gehören Jugendliche von Youth United in Peace – ermutigt durch die Erfahrungen bei den Dialogbegegnungen – zu denen, die sich Nationalismus entgegenstellen und Demokratie und Gerechtigkeit einfordern. „Wir kämpfen für grundlegende Menschenrechte. Und wir kämpfen mit allem, was wir haben“, sagt Valerija Forgić, langjährige serbische Mitarbeiterin. Die Partnerinnen in Südosteuropa sehen sich außerdem strategischen Herausforderungen gegenüber, die sie neben der Umsetzung der Dialogbegegnungen 2026 angehen wollen.
Stellen Sie sich mit Ihrer Spende an die Seite derer, die in Zeiten von Krieg, Gewalt und des Erstarkens rechtsextremer und autoritärer Kräfte für Menschlichkeit und Frieden durch Dialog streiten!