2025 war ein wechselhaftes Jahr bei Wi.e.dersprechen.
Im Februar begrüßten wir voll Freude Laura Wahden in der Kölner Geschäftsstelle als Teil des Koordinationsteams.
Die unberechenbare Situation besonders für die Partnerinnen in Israel und Palästina hielt uns in Atem. Das Jahr begann mit einem Waffenstillstand in Gaza und damit mit einem Hoffnungsschimmer. Die Koordinatorinnen des Dialogseminars für Frauen* waren mit uns in Deutsch-land unterwegs auf einer Vortragsreise, als der Waffenstillstand gebrochen wurde.
Was folgte, waren fortgesetzter Krieg, mehr Gewalt im Westjordanland, Angst, Sorge. Im Oktober Freude über Geiseln, die lebend nach Hause kamen – und später die traurige Erkenntnis, dass die verbliebenen Geiseln in Särgen zurückkehren würden.
Mittendrin ein kleines Wunder: das Dialogseminar im Sommer konnte tatsächlich erfolgreich stattfinden.
Auch intern war das Jahr emotional:
Das Wechselbad an Gefühlen, die ständige Angst um die Partner*innen, die kleinen Erfolge im Dialog: Friedensarbeit in diesen Zeiten ist eine Quelle großer Kraft und Hoffnung, gleichzeitig konfrontiert sie uns jeden Tag mit der unerträglichen politischen Realität.
Auch in Deutschland scheint es um die Dialogfähigkeit nicht gut zu stehen: In der Auseinandersetzung mit dem hiesigen politisch-medialen Diskurs waren Fragen nach der deutschen Verortung des Projekts und den richtigen Begriffen für das Grauen, dessen Zeuge wir werden, in den Gesprächen des ehrenamtlichen Koordinationskreises präsent. Gibt es die „richtigen“ Worte? Und muss sich das Projekt in den polarisierten Diskurs begeben, der hierzulande geführt wird?
In Südosteuropa ging die breite Protestbewegung in Serbien weiter und auch in Bosnien und Herzegowina schaukelt sich die politische Lage hoch – wenn auch meist fernab vom deutschen Mediengetöse. Die Jahrestage des Völkermords in Srebrenica und des Daytonabkommens, das den Krieg in Bosnien und Herzegowina beendete, erinnern uns daran, dass diese Vergangenheit schon 30 Jahre zurückliegt. Die politischen und gesellschaftlichen Realitäten vor Ort und die Arbeit mit Jugendlichen der Region zeigen uns, wie notwendig Dialogarbeit heute bleibt.
Während wir diese Zeilen schreiben, haben die israelische und die US-amerikanische Regierung einen Krieg gegen Iran begonnen, der die Region in den befürchteten „Flächenbrand“ zu kippen scheint.
Wie unsere Partnerinnen geben wir nicht auf, sondern bleiben dabei: Frieden durch Dialog ist möglich! Gemeinsam mit unseren Unterstützerinnen stellen wir uns an die Seite von Menschlichkeit, Mitgefühl und dem Streit für Gerechtigkeit und eine andere Zukunft.
Schließen Sie sich uns an auf einem Weg, der tagtäglich herausfordernder wird.